PO F4: Brandis-Dübendorf 3:4 n.V - EHC Brandis

PO F4: Brandis-Dübendorf 3:4 n.V

enttäuschteGesichter

EHC Brandis – EHC Dübendorf 3:4 n.V (0:0, 2:3, 1:0)     Serie 1:3

Der EHC Brandis ist Vize-Schweizermeister  

Von Päscu Müller

Nach einem torlosen Startdrittel, wurde die Partie im mittleren Abschnitt so richtig lanciert. Dübendorf legte da mit zwei Toren vor. Brandis mit unbändigem Kampfwillen, kehrte aber in das Spiel zurück und glich durch Tore von Tschanz und Messerli wieder aus. Selbst die erneute Führung der Zürcher wurde wieder gekontert. Zum 3:3 traf da Patrick Meyer. Die definitive Entscheidung fiel erst in der Verlängerung. Wie beim 2:3 traf erneut Philip Beeler. Mit diesem Tor besiegelte er Dübendorfs Meistertitel. Brandis bleibt nach einer hervorragenden Saison immerhin der Titel eines Vizemeisters.   

Es war eine hochstehende Partie, welche beide Teams in Huttwil vor sagenhaften 1231 Zuschauern ablieferten. Schneller und intensiver Eishockey spielen geht wohl kaum. Vor allem dem Kampfwillen des EHC Brandis gebührt grosser Respekt. Nach dem 0:2-Rückstand, steckte die Beutler-Truppe nie auf, glich die Partie durch Noel Tschanz mit seinem ersten Saisontor und Roman Messerli zum 2:2 wieder aus. Selbst nach der erneuten Führung durch Dübendorfs Beeler, kämpfte Brandis weiter und kam verdient zum 3:3 Ausgleichstreffer durch Patrick Meyer. In der Overtime – fünfzig Sekunden vor dem Ende – schoss erneut Philip Beeler die Zürcher zum Meistertitel. So bitter wie sich diese Niederlage auf den ersten Moment anfühlen mag, darf eines nicht vergessen: Brandis lieferte eine tolle Saison ab. Das Team hat sich nie aufgegeben. Selbst scheinbar hoffnungslos im Rückstand, kämpfte die Beutler-Truppe immer an einen Punktgewinn glaubend weiter. So auch heute nach 0:2 und 2:3. Vielleicht fehlte zum totalen Erfolg auch ein bisschen Glück. So zeigte sich auch Brandis-Coach Andreas Beutler trotz der Niederlage stolz auf sein Team: «Der Match war für mich absolut top, das war ein super Spiel, das war beste Werbung fürs Eishockey». «Natürlich ist die Enttäuschung jetzt sehr gross. Das wird sich aber legen», meinte Beutler weiter. «Aber jeder Spieler darf über das erreichte stolz, ich jedenfalls bin sehr stolz auf meine Mannschaft», zieht auch Beutler eine positive Bilanz über eine tolle Brandis Saison. Heute – oder eben in der ganzen Finalserie – war beispielsweise kein Unterschied in spielerischer Hinsicht zwischen Brandis und Dübendorf zu sehen. Beide Teams lieferten sich einen Kampf stets auf Augenhöhe. Ein Kompliment geht an beide Equipen.

Intensives und temporeiches erstes Drittel
Keine zwanzig Sekunden waren gespielt, als sich Dübendorfs Topscorer nach einem Rencontre mit Markus Schütz auf der Strafbank wiedersah. Der Zürcher wurde mit zwei plus zwei Minuten bestraft, der Emmentaler mit einer kleinen Strafe belegt. Das daraus resultierende Powerplay seitens des EHC Brandis, sah mehrheitlich sehr gut aus. Ein Treffer aber gelang nicht. Nach knapp vier Minuten dann die erste wirkliche Chance des Spiels. Notieren durfte sie sich Theodoridis. Sven Witschi aber parierte glänzend. Eine halbe Minute später musste Brandis erstmals in Unterzahl agieren. Die erste Chance in diesem Special-Game aber hatte Brandis’ Adrian Steiner. Auch sonst sah man da mehr Brandis in der offensiven Zone, als Dübendorf im Angriff. Die Emmentaler drückten schon gehörig aufs Gaspedal. Doch die schnellen Konter der Zürcher, blieben stets ein Gefahrenherd. Die Intensität und das Tempo, welche beide Teams auf dem Eis zeigten, waren schlicht grossartig. Ebenfalls grossartig war das zweite Powerplay des EHC Brandis. Als Krönung fehlte einzig der Torerfolg. Vier Minuten vor der ersten Sirene vergab Janick Holzer einen Hochkaräter. Es was aber bei weitem nicht die einzige Chance des EHC Brandis in diesen ersten zwanzig Minuten. Es dürfte eines der besten Drittel von Brandis in dieser Saison gewesen sein.  

Bittere Entscheidung nach 79:10 zu Ungunsten Brandis
Das Mitteldrittel startete mit einem Boxplay von Brandis, die vier Mannen aber liess nichts zu. Kurz darauf musste Cyrill Kreis nach einem üblen Check, ein Meter von der Bande entfernt, in die Kühlbox. Ein Vergehen, das eigentlich eine zehnminütige Zusatzstrafe nach sich ziehen müsste. Wäre das nicht schon genug, erzielen die Zürcher auch noch einen Shorthander. Joshua Theodoridis traf zum 0:1. Bei der nächsten Überzahl-Situation, diesmal für Dübendorf, fiel gar das 0:2 durch Mike Breiter. Etwas gar fiel Ungemach für Brandis in nicht einmal drei Minuten. Ab jetzt flogen auch regelmässig die Fäuste. Das mit dem Shorthander konnte aber auch Brandis. Es war Verteidiger Noel Tschanz mit seinem ersten Saisontor überhaupt, der Brandis wieder ins Spiel brachte. Dabei war das aber noch nicht alles. Keine Minute später trifft Roman Messerli nach Zuspiel Matthias Seematters zum 2:2 in die Maschen. Verrückte Minuten in einem hochstehenden Spiel. Nur Sekunden später hatte Marco Meyer das 3:2 auf dem Stock. War die Partie schon vorher intensiv und schnell, wurde nochmals eine Schippe draufgelegt. Knapp sechs Minuten vor der zweiten Pause legte dann Dübendorf durch Philip Beelers 2:3 resultatmässig wieder vor.
Der Schlussabschnitt begann mit einem Paukenschlag. Keine zwei Minuten brauchte Patrick Meyer um für sein Team die Partie wieder auszugleichen. Er verwertete das Zuspiel Janick Holzers zum 3:3 Ausgleich. Brandis blieb bissig und hatte, wie über die gesamte Spieldauer eigentlich, mehr vom Spiel. Besser Eishockey spielen geht kaum. Die Entscheidung aber fiel in der regulären Spielzeit nicht mehr. In der Overtime in etwa dasselbe Bild, wie in der regulären Spielzeit. Eine Entscheidung um den Titel oder eben ein fünftes Spiel am Dienstag in Dübendorf, konnte auf die eine, wie die andere Seite fallen. Da braucht es auch ein bisschen Glück. Und dieses Glück hatte Dübendorf fünfzig Sekunden vor Schluss. Philip Beeler, der bereits die 3:2-Führung erzielte, schoss Dübendorf zum Schweizermeister.          

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Dübendorf 3:4 n.V (0:0, 2:3, 1:0)
Campus Perspektiven, Huttwil BE. – 1231 Zuschauer – Schiedsrichter: Graber, Meyer / Nater
Torfolge: 24. Theodoridis (Ausschluss Kreis!) 0:1. 26. Breiter (Falett, Bührer/Ausschluss Buri,Holzer,Piai) 0:2. 31. Tschanz (M.Meyer/Ausschluss Liechti) 1:2. 32. Messerli (Seematter) 2:2. 35. Beeler (Barts) 2:3. 42. P.Meyer (Holzer) 3:3. 80(79:10). Beeler 3:4.
Strafen: Brandis 11mal 2 Minuten. Dübendorf 10mal 2 Minuten, plus 1mal 10 Minuten (Falett)
Brandis: Witschi; Witschi; Mosimann, M.Schütz; Seematter, Tschanz; Schaad, Liechti; Oberli, M.Gasser;R.Schütz, Nägeli, Messerli; Hain, Buri, Gurtner; Blaser, Holzer, P.Meyer; Steiner, Schlapbach, M.Meyer.
Dübendorf: Trüb; Piai, Roth; Hebeisen, Breiter; Röthlisberger, Stettler; Alena, Müller; Widmer, Theodoridis, Frei; Bührer, Falett, Schumann; Beeler, Barts, Ustsimenka; Kreis, Suter, Seiler.
Bemerkungen:Brandis ohne Lüthi
Dübendorf ohne Hurter (verletzt)

Interview Andreas Beutler, Trainer EHC Brandis

 Interview Reto Stirnimann, Trainer EHC Dübendorf