PO HF1: Sion - Brandis 1:3 - EHC Brandis

PO HF1: Sion - Brandis 1:3

Hain jubelt

HC Sion-Nendaz 4 Vallées – EHC Brandis 1:3 (0:0, 0:1, 1:2)

Starke Teamleistung in Sion zum Sieg 

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis lieferte vor allem in defensiver Hinsicht ein starkes Spiel ab und gewinnt in Sion verdient. Ausschlaggebend war ein hervorragendes Boxplay und eine überragende Teamleistung. Das erste Tor fiel in Unterzahl durch Adrian Steiner. Sandro Hain traf heute zweimal, zum 2:0 und 3:1. Letzteres fiel ohne Torhüter und wurde richtiggehend reingewürgt. Damit führt Brandis in diesem Halbfinal mit 1:0.

Es war vor allem in defensiver Hinsicht ein starkes Spiel, welches der EHC Brandis in Sion ablieferte. Hervorzuheben gilt es ebenfalls die Teamleistung. Wie sehr sich die Spieler gegenseitig unterstützt haben, ist grosse Klasse. «Wir sind wesentlich besser in diese Serie gestartet, als noch in den Viertelfinal», meinte Doppeltorschütze Sandro Hain. In der Tat startete Brandis gut in diese Partie. Aber eben nicht nur das. Brandis verstand es sein Leistungsvermögen praktisch über die gesamte Spieldauer abzurufen. Bis zum ersten Tor dauerte es allerdings eine ganze Weile und es fiel anderthalb Minuten vor der Sirene gar in Unterzahl. Adrian Steiner liess Sions Keeper Matteo Rytz keine Chance. Nach vier Minuten im letzten Drittel, brachte Sandro Hain mit seinem ersten Tor die Emmentaler gar mit 2:0 in Front. Sion fand zwar durch Marois nochmals in Spiel zurück, konnte die Partie aber nicht mehr drehen. Im Gegenteil: In der letzten Minute würgte Sandro Hain bei sechs Feldspielern seitens von Sion, seinen zweiten Treffer ins Netz: «Das muss man einfach probieren, die Scheibe geht dem Verteidiger an den Schoner und dann rein. Speziell, aber das ist gut so» beschreibt Hain das 3:1 und kann sich ein herzhaftes Lachen nicht verkneifen. Mit diesem Sieg in Sion, geht der EHC Brandis in dieser Halbfinal-Serie mit 1:0 in Führung.

Beide Teams defensiv sehr stabil
Kaum angespielt, entwickelte Brandis bereits eine kleine Druckperiode auf das Tor des HC Sion. Nach etwas mehr als einer Minute, tankte sich beispielsweise Sandro Hain bis in den Slot durch. Dort war aber Endstation. Danach verpasste Patrick Meyer Backhand. Sion tauchte erst nach vier Minuten durch Sammali gefährlich vor Sven Witschi auf. Erst jetzt fanden auch die Walliser ins Spiel. Als der erste Emmentaler die Strafbank drückte, wurde Sion erstmals richtig druckvoll, ohne dass ein Tor fiel. Sion übernahm nach dieser Phase eher das Spieldiktat. Verstecken musste sich Brandis aber keineswegs. Auch sie versuchten sich in der Offensive, Michael Gurtners Abschluss beispielsweise wurde vom Schoner des Walliser Keepers Matteo Rytz geblockt. Beide Teams spielten in den ersten zwölf Minuten defensiv eine saubere Partie. Grobe Fehler waren kaum auszumachen. Offensiv waren die Walliser einen Tick aktiver, dies aber nur minim. Fünf Minuten vor der ersten Pause, war die Reihe wieder an Brandis. Doch auch der satte Schuss Marco Blasers, wurde geblockt. Da beide Teams vor allem defensiv sehr solide agierten, fielen auch keine Tore.

Erstes Tor des Spiels fiel in Unterzahl
Zu Beginn des Mitteldrittels zeigte sich ein ähnliches Spiel, wie im ersten Abschnitt. Wurden einmal Chancen herausgespielt, wurden diese von beiden Teams vorwiegend geblockt oder die Torhüter verrichteten ihren Job ausgezeichnet. Nach etwas mehr als fünf Minuten, drückte der zweite Emmentaler die Strafbank. Nach einer Minute, gesellte sich ein zweiter Spieler des EHC Brandis dazu. Doch die Brandis Box liess auch zu dritt kaum etwas zu. Ebenfalls wieder zu viert, wurde hervorragende Arbeit verrichtet. Wieder zu fünft verpasste dann Matthias Seematter eine Hereingabe vor das gegnerische Tor nur knapp. Als Brandis dann zum ersten Mal in Überzahl spielen durfte, gelang der Beutler-Truppe kaum etwas. Im Gegenteil, es waren zweimal die Walliser, die gefährlich vor Sven Witschi auftauchten. Kurz vor der zweiten Sirene, dann Brandis zum vierten Mal in Unterzahl. Doch statt einen Treffer zu kassieren, legte Brandis einen vor. Es war Adrian Steiner, der unwiderstehlich davonzog und Sions Matteo Rytz zum 0:1 verlud. Klar, dass Sion gezwungen war, im letzten Drittel einen Zacken zu zulegen. Dies eröffnet Brandis Möglichkeiten zum Kontern. Eine davon wurde bereits nach zwei Minuten im Schlussdrittel vergeben. Die nächste Chance zu einem weiteren Brandis-Treffer wurde dann aber genutzt. Es war kein klassischer Konter, den Sandro Hain zum 0:2 verwertete. Der Anschlusstreffer Sions liess aber nicht lange auf sich warten. Es war Nick Marois, der für Sion, drei Minuten später, aus dem Slot traf. Drei weitere Minuten später, spielte Brandis zum zweiten Mal in Überzahl. Doch wie im ersten Powerplay, gelang den Emmentalern nicht viel. Gilt es ein Haar in der Suppe an diesem Abend zu suchen, dürfte das Spiel in Überzahl eines sein. Die Schlussphase war an Dramatik kaum zu überbieten. Wurde zuvor schon um jeden Zentimeter Eis gekämpft, potenzierte sich dies. Es gab aber nicht nur auf Seiten des HC Sion Chancen, auch Brandis wirbelte munter weiter. Das Spiel war ein offener Schlagabtausch, indem dann Sandro Hain in der letzten Minute zum 1:3 ins leere Tor verwertete.

(pmu)

Telegramm: HC Sion-Nendaz – EHC Brandis 1:3 (0:0, 0:1, 1:2)
Patinoire de l'ancien Stand, Sion VS. – 245 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann, Bachelut / Baumgartner
Torfolge: 39. Steiner (Ausschluss M.Schütz!) 0:1. 45. Hain 0:2. 48. Marois (Girardin) 1:2. 60. Hain (Steiner) 1:3.
Strafen: Sion 3-mal 2 Minuten. Brandis 4-mal 2 Minuten
Sion: Rytz; Vermeille, Pelletier; F.Currit, J.Wüthrich ; Oudelet, S.Wüthrich ; Sammali, Girardin, Bonvin; Merola, Loeffel, Guex; Marois, Wyssen, Antisin; A.Currit.
Brandis: Witschi; Mosimann, M.Schütz; Seematter, Oberli; Schaad, Liechti; Tschanz; Nägeli, Lüthi, Messerli;Gurtner, Buri Hain; Blaser, Holzer, P.Meyer; Steiner, Sclapbach, M.Meyer.
Bemerkungen: Sion ohne Seydoux
58:24 bis 59:06 Sion ohne Torhüter Rytz
Brandis ohne R.Schütz, M.Gasser (beide rekonvaleszent)

Interview mit Doppeltorschütze Sandro Hain