PO VF3: Brandis - Star Forward 3:2 - EHC Brandis

PO VF3: Brandis - Star Forward 3:2

BlaserTeamjubeln

Star Forward – EHC Brandis 3:2 (0:1, 1:1, 2:0)

Brandis mit hart erkämpftem Sieg hat jetzt zwei Matchpucks  

Von Päscu Müller

Ein richtiger Playoff-Fight wurde von beiden Teams in Spiel drei dieser Playoff-Serie geboten. Zuweilen auch unter der Gürtellinie. Brandis lag zweimal in Rückstand, drehte die Partie im letzten Drittel mit vorbildlichem Kampf zum Sieg. Damit haben die Emmentaler am Sonntag die Möglichkeit den Halbfinal klar zu machen. Es wird mit Bestimmtheit aber noch einmal ein sehr enges und hartes Spiel werden.    

Dem EHC Brandis kann kaum ein Vorwurf gemacht werden, das Spiel nicht früher entschieden zu haben. Vor allem in den zahlreichen Überzahlsituation wären diverse Möglichkeiten da gewesen. Teilweise dominierten sie Star Forward gar. Einzig mit der Chancenauswertung haperte es eben. Da zeigten sich die Waadtländer wesentlich effizienter. Vor allem das 1:2 erzielten sie kaltblütig in einer Druckphase der Emmentaler. Nach der Waadtländer-Führung, drehten aber die Emmentaler die Partie unter zwei Minuten zum 3:2-Sieg. Das zweite Tor durch Patrick Meyer war endlich ein Treffer in Überzahl zum 2:2. Das Siegestor durch Marco Blaser kurze Zeit später, war redlich verdient und hart erkämpft. Es war eine richtige Playoff-Partie mit Scharmützeln auf und neben dem Eis. «Wir haben uns viel vorgenommen für dieses Spiel, nach einem eher schlechten Start fanden wir aber immer besser in die Partie», meinte der Torschütze zum Siegestor Marco Blaser. Der eher schlechte Start war mindestens durch den Schiedsrichter beeinflusst. Lösten die Entscheide von Referee Thomas Aegerter anfangs bei Brandis Kopfschütteln aus, waren am Ende der Partie die Waadtländer richtig sauer. «Nein über den Schiedsrichter reden wir nicht», war Blasers kurze Antwort dazu. Zu reden geben wird diese Partie dennoch. Liess sich doch Forwards Coach Laurent Perreton zu einer Spuckattacke an Brandis Adrian Steiner aus. Geht mal bei allen Emotionen gar nicht. Zurück zum Spiel. Der Sieg des EHC Brandis wurde hart erkämpft. Die Emmentaler waren aktiver, als die Romands. Kreierten wesentlich mehr Chancen. Durch diverse ausgelassene Chancen fiel der Sieg zu knapp aus. In den Playoffs zählt aber einzig der Sieg. Brandis, hat nun am Sonntag in Morges, die Möglichkeit den Sack zu zumachen. «Das hat jetzt klar Priorität und jeder weiss, was es dazu braucht», wird Blaser deutlich.    

Schiedsrichter Aegerter lanciert das Spiel
Es war Sven Witschi, der in diesem Spiel den ersten Puck stoppen musste. Er hatte damit keine Mühe. Seitens des EHC Brandis prüfte Sandro Hain den Waadtländer Torhüter erstmals nach zweieinhalb Minuten. Auch da, Fragnoli hatte keine Mühe diesen Schuss mit dem Fänger zu behändigen. Auffallend war in dieser Startphase, dass beide Teams bemüht waren ihre Torhüter möglichst effizient abzuschirmen. Dazu waren die Waadtländer etwas agiler in der Vorwärtsbewegung. Die beste Chance aber hatten die Emmentaler. Es war Marco Blaser der gefährlich aus dem Slot neben das Gehäuse traf. Unmittelbar danach hatte Brandis offensiv die kreativste Phase, setzen Fragnoli doch ziemlich unter Druck. Dieser offensive Druck führte dann zur ersten Strafe gegen Star Forward. Das Powerplay Brandis’ war ansehnlich, doch ohne Erfolg. Gehörten die ersten paar Minuten den Romands, war es zunehmend der EHCB, der das Zepter in die Hand nahm. Jedoch blieb Star Forward mit schnellen Kontern stets gefährlich. Fünf Minuten vor der Pause setzte sich Schiedsrichter Aegerter in Szene. Nachdem Devesvre beim Wechsel unglücklich in die Türe fuhr, wurde die Partie erstmals und logischerweise länger unterbrochen. Bei Wiederaufnahme des Spiels musste Sven Nägeli vorzeitig unter die Dusche, Brandis sah sich somit für den Rest des Drittels in Unterzahl. Eine Strafe, die schlicht kaum nachvollziehbar ist. Auf dem Video ist eindeutig zu sehen, dass Nägeli den Gegenspieler zwar berührt, ein ganz normaler Zweikampf Schulter an Schulter eben, bei dem unglücklicherweise genau in diesem Moment die Türe bei Star Forward geöffnet wird. Damit kann der Brandis Stürmer nun weiss Gott nicht rechnen. Mit Verlaub: Es ist nicht das erste Mal, dass Aegerter zumindest fragwürdige Entscheide fällt. Aegerter wird sich später den Zorn der Waadtländer auf sich ziehen. Das dankbare Powerplay liess sich Star Forward dann natürlich nicht nehmen und geht mit dem Tor durch Cian Derder 1:0 in Führung. Ursächlich herbeigeführt durch Schiedsrichter Thomas Aegerter.  

Vom 1:2 zum 3:2 in anderthalb Minuten
Irgendwie angestachelt trat Brandis im Mitteldrittel auf. Blasers Schuss nach knapp einer Minute beispielsweise küsste den Pfosten. Star Forward jedenfalls konnte sich die ersten fünf Minuten kaum aus ihrer defensiven Zone befreien. Steter Tropfen höhlt den Stein, etwa so darf der verdiente Ausgleich zum 1:1 Patric Buris umschrieben werden. Zwei Minuten später hatte abermals Buri das 2:1 auf dem Stock, er traf nicht, die Waadtländer dagegen schon. Sie fahren einen Konter und gehen ihrerseits wieder in Führung. Die Effizienz ist dabei zu beneiden. Die Möglichkeit zur Korrektur dazu, wäre durchaus vorhanden gewesen. Dreimal in Serie durfte Brandis mit einem Mann mehr agieren. Die beiden ersten Powerplays waren aber eher schwer verdaulich. Das Dritte dann richtig schmackhaft, was fehlte war einzig das Sahnehäubchen in Form eines Tores. Weitere Chancen zum Ausgleich wären erneut vorhanden gewesen. Der Spielweise von Brandis, ist in dieser Phase nichts vorzuwerfen, ausser vielleicht der Effizienz.   Zu Beginn des Schlussdrittels die fünfte Strafe gegen Star in Folge. Abermals liessen die Emmentaler diese Gelegenheit ungenutzt. Erst bei der sechsten in Folge – der achten insgesamt – traf endlich Patrick Meyer in Überzahl zum hochverdienten Ausgleich. Der Treffer war längst fällig. Bedient wurde er von Marco Blaser und dieser Blaser war zwei Minuten später für die 3:2-Führung Brandis’ verantwortlich. Endlich fanden die Pucks auch den Weg ins Tor. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff, die Emmentaler wieder im Vorwärtsgang, erneut begünstigt durch einen Mann mehr auf dem Eis. Doch statt mit fünf gegen vier durchzuziehen, wanderte auch Brandis’ Adrian Steiner in die Kühlbox. Kaum zurück auf dem Eis hatte Steiner die Vorentscheidung auf dem Stock. Er verzog knapp. Diesen Treffer brauchte es auch nicht mehr, denn Brandis liess nichts mehr anbrennen und fuhr den Sieg nach Hause. Es war übrigens gegen diesen Gegner der erste Sieg eines Heimteams in nunmehr fünf Begegnungen. Damit haben die Emmentaler zwei Matchpucks zum Einzug ins Halbfinal auf dem Stock.   

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – Star Forward 3:2 (0:1, 1:1, 2:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. –  238 Zuschauer – Schiedsrichter: Aegerter Pfister / Feuz
Torfolge: 20. Derder( Stasny, Gachet/Ausschlüsse Nägeli, Matewa, Seematter) 0:1. 25. Buri (P.Meyer) 1:1. 27. Mora (Derder) 1:2. 46. P.Meyer (Blaser/Ausschluss G.Leva) 2:2. 48. Blaser (Seematter) 3:2.
Strafen: Brandis 8x2 Minuten, plus 1x5 Minuten (Nägeli), plus 1x Minuten (Seematter). Star Forward 15x2 Minuten, plus 1x10 Minuten (Matewa).
Brandis: Witschi; Seematter, Oberli; Mosimann, M.Schütz; Schaad, Liechti; Tschanz; Nägeli, Buri, P.Meyer; Steiner, Lüthi, M.Meyer; Gurtner, Hain, Blaser; Schlapbach, Holzer, Messerli.
Star Forward: Fragnoli; Matewa, Stemer; Meyrat, Fasel; Devesvre, Diem; Derder, Millet, Mora; Delessert, Lahache, G.Leva; Brot, Gachet, Stastny; M.Leva, Piquerez, Di Lullo.
Bemerkungen:Brandis ohne R.Schütz, M.Gasser (beide verletzt)
Star Forward ohne Riedi (rekonvaleszent)

Interview Marco Blaser, Torschütze des Game-Winners