Brandis - Sion 5:4 n.V. - EHC Brandis

Brandis - Sion 5:4 n.V.

JubelBuriTeamvsSion

EHC Brandis – HC Sion-Nendaz 4 Vallées 5:4 n.V (0:1, 3:0, 1:3)

Hart erkämpfter Sieg gegen Leader Sion   

Von Päscu Müller

War es im ersten Drittel vor allem ein starkes Boxplay, welches Brandis im Spiel hielt, schlugen die Emmentaler dann bei doppelter Überzahl im Mitteldrittel zweimal zu und gingen 3:1 in Führung. Diese Führung konterten die Walliser ihrerseits mit dem 3:4.
Brandis kämpfte sich aber nicht nur in die Verlängerung, sondern siegte in dieser nach
nur elf Sekunden.
 

Es sind genau solche Spiele, die diesen Sport so attraktiv machen. Lag Brandis nach zwanzig Minuten noch 0:1 zurück, erzielen die Emmentaler im Mitteldrittel binnen fünf Minuten drei Tore zum 3:1. Im Schlussabschnitt drehten die Walliser den Spiess wieder um und erzielen knappe drei Minuten vor dem vermeintlichen Ende das vierte Tor zum 3:4. Mit einem sechsten Feldspieler und dem Tor Patick Meyers kämpfte sich Brandis in die Verlängerung. Dort war es Patric Buri, der die Emmentaler zum Sieg schoss. «Das war ein auf und ab», meinte ein glücklicher Buri nach dem Spiel. «Im ersten Drittel haben wir nicht so gut gespielt». Dass da aber vor allem das Boxplay hervorragend funktioniert hat, bestätigt Patric Buri. «Wir haben da offenbar wieder zur alten Stärke gefunden, das ist wichtig, sonst gewinnst du die Spiele nicht», analysierte er. Es war aber eben nicht nur das Boxplay, welches funktioniert hat. Im Powerplay ist mit zwei Treffern die Quote ebenfalls hoch. Doch selbst diese Tatsachen sicherten den erkämpften Sieg nicht. Es waren eben auch die Tore Patrick Meyers zum 4:4 bei sechs gegen fünf und der Game-Winner Patric Buris bei drei gegen drei Feldspieler. «Emotional war das schon anstrengend, aber schlimm ist das nicht, da du immer konzentriert bleiben musst», sagte Buri. Konzentriert blieb Buri in der Verlängerung, seine elf Sekunden für den Siegestreffer sind rekordverdächtigt. «Heute hat das gepasst, das ist doch gut», meinte Buri erleichtert. Stimmt, denn dieser Sieg bedeutet die Qualifikation für die Playoffs. Für Brandis gilt es nun das nächste Ziel zu erreichen. Dies ist der vierte Platz und somit Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals.

Konsequentes Brandis Boxplay
Das Spiel begann mit einer Schrecksekunde, als Sions Vermeille von einem Stock getroffen, lange liegen blieb. Glücklicherweise hat er sich nicht ernsthaft verletzt. Kaum lief die Partie wieder, schlugen die Walliser gnadenlos zu. Topscorer Seydoux bediente Colin Leoffel und der buchte zum 0:1. Keine Minute später sah sich Brandis bereits zum ersten Mal in Unterzahl. Die Emmentaler aber liessen kaum etwas zu. Keine weitere Minute später, wurde Brandis’ Joel Scheidegger für vier Minuten in die Kühlbox verbannt. In dieser Phase verzeichnete Sion einen Lattenknaller, die restlichen Versuche wurden allesamt geblockt. Gefährlich und zwar richtig, wurde es neun Minuten vor der Pause bei einem Konter Sions. Loeffels Schuss aber wurde von Lukas Gasser mirakulös pariert. Offensiv war von den Emmentalern bis anhin rein gar nichts zu sehen. Der erste Schuss durfte erst in der dreizehnten Minute von Patric Buri notiert werden. Es sollte nicht seine einzige Aktion gewesen sein. Den zweiten Schuss feuerte Thomas Liechti ab. Bei der vierten Strafe gegen Brandis in diesem Drittel – erneut musste Joel Scheidegger raus – stand die Box der Emmentaler wiederum sehr konsequent und auch erfolgreich. Exakt eine Minute vor der Sirene prüfte Joel Scheidegger Sions Keeper Streit mit einem satten Schuss.  

Plötzlich war Feuer im Spiel
Offensiv aktiver trat der EHC Brandis zu Beginn des Mitteldrittels auf. Jedenfalls wurde da in den ersten zwei Minuten mehr Chancen herausgearbeitet, als zuvor im gesamten ersten Drittel. Daraus resultierte das erste Powerplay, das zwar nett aussah, aber doch harmlos war. Nach dem kleinen offensiven Feuerchen, stand zum fünften Mal ein Boxplay auf dem Programm. Abermals wurde Sion kaum etwas zugelassen. Wieder zu fünft, verpassten Patrick Meyer und Florian Lüthi eine herrliche Kombination zu versenken. Dabei fehlte einzig der krönende Abschluss in Form eines Tores. Das Spiel wog plötzlich auf und ab. Chancen entstanden auf beiden Seiten. Bei doppelter Überzahl fiel dann endlich der erste Treffer für Brandis. Sven Nägeli im Slot, wurde exzellent von Patrick Meyer bedient und verwerte zum 1:1 Ausgleich. Das war aber noch nicht alles. Sven Nägeli doppelte gleich nach und nutze die noch einfach Überzahl zur 2:1-Führung für Brandis aus. Das Spiel entwickelte sich vom Feuerchen zum Feuer. In dieser Phase zündete Patric Buri eine Petarde, lancierte zuerst einen Kunstschuss und stocherte irgendwie zum 3:1 nach. Die drei Treffer der Emmentaler fielen notabene innerhalb von fünf Minuten.
Das mit dem Kunstschuss beherrschte auch Sions Romain Seydoux. Sein Schlenzer ins hohe Ecke zum 2:3 Anschlusstreffer nach 43 Minuten, war schlicht brillant. Was Sion ab diesem Zeitpunkt an Druck entwickelte, war enorm. Brandis zeitweise eingeschnürt, konnte sich teilweise nur noch mit Kontern in der Offensive zeigen. Diesem Druck erlag Brandis neun Minuten vor dem Ende. Sion gleicht die Partie durch Arnaud Currit zum 3:3 aus. Zweieinhalb Minuten vor der Sirene dann der vermeintliche Tiefschlag für die Emmentaler. Nick Marois schoss die Walliser sogar in Front. Doch Brandis steckte nicht auf erkämpfte sich in der letzten Minute durch ein Tor Patrcik Meyers den 4:4 Ausgleich und somit die Verlängerung. Lukas Gasser wurde bei diesem Tor durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. In dieser Verlängerung brauchte Patric Buri nur elf Sekunden zum Sieg des EHC Brandis gegen Leader Sion.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – HC Sion-Nendaz  5:4 n.V (0:1, 3:0, 1:3)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 323 Zuschauer – Schiedsrichter: Aegerter, Feuz / Bachelut
Torfolge: 2. Loeffel (Seydoux) 0:1. 33. Nägeli (P.Meyer, Scheidegger/Ausschluss Vermeille, Antisin) 1:1. 34. Nägeli (Schaad/Ausschluss Antisin) 2:1. 39. Buri (Hain) 3:1. 43. Seydoux 2:3. 51. A.Currit (Antisin, Pelletier) 3:3. 57. Marois (Seydoux, Loeffel) 3:4. 60.(59 :08) P.Meyer (Lüthi) 4:4. 61. Buri (P.Meyer, Scheidegger) 5 :4.
Strafen: Brandis 6x2 Minuten. Sion 5x2 Minuten
Brandis: L.Gasser; Seematter, Oberli; Scheidegger, Schaad; Mosimann, Tschanz; M.Schütz, M.Gasser; Buri, Hain, M.Meyer; Nägeli, Lüthi, P.Meyer; Steiner, Blaser; Gurtner, Schlapbach, Liechti.
Sion: Streit; Wüthrich, Vermeille; Pelletier, F.Currit; Pilet, Oudelet ; Merola, Girardin, Guex ; Seydoux, Loeffel, Marois ; A.Currit, Wyssen, Antisin ; Sammali, Bonvin.
Bemerkungen:Brandis ohne Holzer, Messerli, R. Schütz (alle verletzt)
59:01 bis 59:09 Brandis ohne Torhüter Lukas Gasser
Sion ohne Chuard, Vuilleumier, Leone

Interview mit Patric Buri, Schütze des Game-Winners