Basel - Brandis 6:4 - EHC Brandis

Basel - Brandis 6:4

BeutlerMitTeam

EHC Basel – EHC Brandis 6:4 (3:0, 2:2, 1:2)   

Déjà-Vu in Basel

Von Päscu Müller

Nach einer völlig missratenen Startphase, verlieren die Emmentaler in Basel mit 4:6. Es fehlte da vor allem an Biss und Leidenschaft. Von dieser Phase erholte sich Brandis nie mehr wirklich. Zu vieles blieb Stückwerk. In den verbleibenden Spielen der Qualifikation gilt es schleunigst den Schalter umzulegen. Nach vier Niederlagen in Serie, rückt der Strich näher.  

Es war nicht der Abend des EHC Brandis. Wie schon Ende Oktober verlieren die Emmentaler das Spiel in Basel nach einer missratenen Startphase. Nach dreizehn Minuten lag Brandis bereits mit drei Treffern hinten. Dies weckt Erinnerungen an das Spiel an gleicher Stätte von Ende Oktober. Auch da lag der EHC Brandis nach zwanzig Minuten vorentscheidend zurück. Wie sein Team erneut die Startphase verschlafen konnte, darauf war auch Headcoach Andreas Beutler nicht wirklich gefasst: «In der Garderobe hatte ich das Gefühl wir seien bereit, kommen dann aufs Eis und sind wie gehemmt». Tatsächlich passte in den ersten Minuten nicht viel zusammen. «Wie im Oktober rannten wir den Toren hinterher», zieht auch Beutler einen Vergleich zum ersten Spiel in Basel. «Wir waren heute schlicht zu wenig gut». Es fehlte nicht nur die spielerische Klasse, es fehlte heute auch an Leidenschaft. «Wir müssen unbedingt wieder unsere Leidenschaft zurückgewinnen», meinte auch Beutler. «Für das Glück in einem Spiel, muss man auch etwas tun, genau da müssen wir den Hebel ansetzen», gibt er an sein Team weiter. «Wir brauchen wieder Leidenschaft vom Hintersten bis zum Letzten». Es war eben dieser verhaltene, fehlerhafte und ohne Leidenschaft gespielte erste Abschnitt, den Brandis auf die Verliererstrasse führte. Dass das Mitteldrittel 2:2 ausgeglichen und der Schlussabschnitt gar mit 2:1 gestaltet werden konnte, bestätigen oben erwähnte Fakten. Der EHC Brandis muss schleunigst von dieser Leidenschaft zurückgewinnen, um wieder auf die Siegesspur zu wechseln.

Dreizehn Minuten zum Vergessen
Basel mit neuem Trainer und neuem Spieler am Start – Albert und Dimitri Malgin wechselten von Lustenau ans Rheinknie –  feuerte in diesem Spiel den ersten Schuss ab. Auch der zweite Abschluss in diesem Drittel gehörte den Baslern. Bei Brandis dauerte dies ein bisschen länger. Nach einem Fehler in der Basler Verteidigung prüfte Patric Buri erstmals den Basler Keeper Osterwalder, gespielt waren da bereits mehr als sieben Minuten. Überhaupt war auffällig, dass das Spiel eher wenig Torchancen aufwies. Und wenn, dann waren es die Basler, die Lukas Gasser beschäftigten. Nach neun Minuten musste sich Gasser erstmals geschlagen geben, Leonardo Gfeller traf zum 1:0. Keine siebzig Sekunden später stellte der EHC Basel das Resultat auf 2:0. Es war Sandro Brügger, der ein Zuspiel von Thimothé Tuffet verwertete. Von den Emmentaler war bis zu diesem Zeitpunkt offensiv wenig bis gar nichts zu sehen. Defensiv leider auch nicht. Nach dreizehn Minuten führten die Bebbis bereits mit 3:0, verantwortlich dafür war Marco Vogt. Diese doch eher verhaltene Startphase veranlasste Headcoach Andreas Beutler, erstens zu einem Time-Out und zweitens zu einem Wechsel der Torhüter. Zwei Minuten nach dieser Massnahme, verpassten erst Janick Holzer (er schied später verletzt aus), dann Sandro Hain Möglichkeiten resultatmässig wieder ins Spiel zu kommen. Es blieb bei der Möglichkeit. Die letzte Minute im Startdrittel, Brandis in Überzahl, brachte zwar mehr offensives Spiel seitens der Emmentaler, aber keine Änderung am Resultat. Wie emotionslos und ohne Leidenschaft die ersten dreizehn Minuten hingenommen wurden, ist erschreckend. Das können die Emmentaler definitiv anders.

Bedingt besser, aber nicht gut genug
Was den Emmentalern nicht gelang, nämlich ein Tor in Überzahl, zelebrierten die Basler richtiggehend aufs Eis. Der Treffer zum 4:0 war eine herrliche Kombination über Cola und Malgin, die Puntus erfolgreich abschloss. Und Brandis? Die suchte man weiterhin vergebens. Wurde offensiv für einmal etwas kreiert, blieb auch das Stückwerk, ohne Präzision und ohne Biss. Das mit der Präzision änderte sich kurz vor Spielmitte. In knapp zwei Minuten gelingen den Emmentalern zwei Tore. Im Powerplay traf erst Markus Schütz zum 1:4, dann bei Vollbestand Patric Buri zum 2:4. Es hätte für den EHC Brandis ein Zeichen sein müssen, in diesem Spiel noch etwas zu reissen. War es bedingt auch, mindestens zeitweise. Renato Schütz beispielsweise verpasste eine erstklassige Möglichkeit zum Anschlusstreffer. An fehlendem Willen gefehlt hat es da bestimmt nicht. Mit dem 5:2 durch Basels Neuzuzug Dimitri Malgin, erlitt die verbesserte Spielweise des EHC Brandis einen argen Dämpfer und dies nicht nur resultatmässig. Apropos Resultat: Mit dem Knaller Thimothé Tuffet’s im Powerplay – er hatte bei drei Treffer der Basler seinen Stock im Spiel – war die Partie gegessen. Janick Holzer verbesserte das aus Emmentaler Sicht triste Resultat mit seinem 6:3 etwas. An der fehlenden Leidenschaft, dem fehlenden Biss – eigentlich über die gesamte Spieldauer – ändert dieses Tor aber nichts. In den Schlussminuten des Spiels riskierte Andreas Beutler bei Überzahl Brandis noch alles und ersetzte seinen Torhüter Sven Witschi durch einen sechsten Feldspieler. Dieses Risiko wurde mit einem Tor durch Patrick Meyer zum 6:4 belohnt.

(pmu)

Telegramm: EHC Basel – EHC Brandis 6:4 (3:0, 2:2, 1:2)
St.Jakobs Arena, Basel BS. – 756 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann, Feuz/ Baumgartner
Torfolge: 9. Gfeller (Vogt, Schnellmann) 1:0. 10. Brügger (Tuffet) 2:0. 13. Vogt (Schnellmann) 3:0. 21. Puntus (Malgin, Cola/Ausschluss Lüthi) 4:0. 28. M.Schütz (Scheidegger/Ausschluss Gfeller) 4:1. 29. Buri (Holzer) 2:4. 36. Malgin (Kohler, Tuffet) 2:5. 43. Tuffet (Malgin, Hagen/Ausschluss Holzer) 2:6. 48. Holzer (Buri) 3:6. 58. P. Meyer (Lüthi, Nägeli/Ausschluss Guantario) 4:6.
Strafen: Basel 4x2 Min, Brandis 6x2 Minuten
Basel: Osterwalder; Maurer, Guerra; Gusset, Ast; Hagen, Isler; Fluri, Kohler; Tuffet, Brügger, Malgin; Gfeller, Vogt, Schnellmann; Jeyabalan, Cola, Spreyermann; Guantario, Puntus, Tkachenko.
Brandis: L.Gasser (13. Witschi); Scheidegger, M.Schütz; Seematter, M.Gasser; Schaad, Tschanz; Mosimann, Oberli; Nägeli, Lüthi, P.Meyer; R.Schütz, Holzer, Buri; Steiner, Hain, Liechti; Blaser, Schlapbach, Messerli.
Bemerkungen:
Basel ohne N.Gurtner, Rohrbach, Voegelin
Brandis ohne M.Gurtner (verletzt), M.Meyer (rekonvaleszent)
57:11 bis 58:42 Brandis ohne Torhüter Witschi  

Interview Andreas Beutler zur 4:6-Niederlage in Basel