PO F4: Vorschau Brandis-Dübendorf - EHC Brandis

PO F4: Vorschau Brandis-Dübendorf

PMeyer Schrei

Ein Team kann am Sonntag Meister werden

Von Päscu Müller 

Die neue MySports League brachte viel Neues in dieser Saison. Ganz vorne mit dabei, ist der EHC Brandis. Neben einer logistischen Herausforderung, Brandis traf auf neue Gegner aus der ganzen Schweiz, waren die Spiele mehrheitlich auf sehr hohem Niveau. Vom sportlichen Aspekt her, ist diese Liga ein Gewinn. Beim Heimspiel am Sonntag im Campus, kann Dübendorf Meister werden. Brandis wird alles versuchen, um ein fünftes Spiel am Dienstag zu erreichen.  

Es ist die letzte Vorschau in dieser Saison. Einer Saison, die in einer neuen Liga in Angriff genommen wurde. Aus dem einst beschaulichen EHC Brandis – nicht wertend gemeint – ist im Amateur-Eishockey eine feste Grösse gewachsen. Durften die Emmentaler bereits in der letzten Saison um den Titel spielen – scheiterten in der Meisterrunde der letzten Drei knapp an Sion und Frauenfeld – befindet sich der EHC Brandis heuer gar im Final. Allein die Teilnahme in diesem Final, muss als grosser Erfolg gewertet werden. In einer Liga, die sportlich die besten zwölf Amateur-Teams zusammenfasst. In einer Saison, in der vieles neu war. Die Liga, die Spielorte, die Gegner. Es ist Zeit für einen kleinen Rückblick.

Zwischen Chur und Sion: Amateur-Sportler auf Reisen
Aus den ehemals drei 1.Ligagruppen West, Zentral und Ost, wurden Ende der Saison 2016/17 die jeweils vier Gruppenersten – sofern sie dies wollten – in der MySports League zusammengeführt. Damit versprachen sich die Verantwortlichen sicherlich eine bessere Vermarktung und ganz bestimmt eine sportlich grössere Herausforderung. Es liegt mir fern, das Ganze aus marketing-technischer Seite zu betrachten. Dafür sind andere zuständig und bestimmt besser geeignet. Aus sportlicher Sicht, kann sehr wohl eine Bilanz gezogen werden. Denn da hat die ganze Liga einen Quantensprung hinter sich. Wir dürfen nicht vergessen, die Protagonisten sind alles Amateure. Will heissen sie gehen neben dem Sport einer Ausbildung oder einer geregelten Arbeit nach. Bleiben wir beim sportlichen Aspekt. Bleiben wir beim EHC Brandis. Die Spielorte hiessen in der MySports League nicht mehr Burgdorf, Lyss, Zuchwil, Unterseen und Adelboden, sondern Sion, Morges, Neuchâtel, Düdingen, Chur, Dübendorf, Bülach und Seewen. Nur Wichtrach, Thun und Basel blieben gleich. Was das alleine an Mehrkilometern zur Folge hatte, darf dies gerne nachrechnen. Es sind aber nicht nur die zusätzlichen Kilometer, die abgespult wurden. Der Faktor «Zeit» spielt dabei eine wesentliche Rolle. Nach Chur beispielsweise, dauerte das Ganze mit Anreise, Spiel und Rückreise dreizehn Stunden. Ausgerechnet da fiel die Entscheidung erst nach Penalty-Schiessen. Spielorte, wie Basel, Wichtrach und Thun, fühlten sich da an, wie Reisen ums Eck.

Die Quoten und der Final
Was aber logistisch an Strapazen in Kauf genommen wurde, konnte sportlich mehr als wett gemacht werden. Denn die Spiele waren technisch und läuferisch mehrheitlich auf sehr hohem Niveau. Spielte Brandis ausnahmsweise mal nicht wie gewohnt, reichte einen Gang höher schalten, wie in der normalen 1. Liga nicht mehr. Die Gegner waren eben auch gut. Betrachtet man sich die Punkte-Quote in der Qualifikation gegen jeden Gegner etwas genauer, stellt man erstaunliches fest. Gegen Sion (1. nach Qualifikation), Wiki (3.) und Thun (6.), holte der EHC Brandis alle möglichen Punkte. Ebenfalls gegen Bülach (7.) ist die Quote mit 87 Prozent hoch. Gegen Star Forward (5.), Seewen (8.), Chur (11.) und Neuchâtel (12.) wurden 50 Prozent, der möglichen Punkte erspielt. Eher verblüffend, sieht die Bilanz gegen Basel (10.) und Düdingen (9.) aus. Gegen die Rheinstädter wurden vier von zwölf Punkten eingefahren, gegen die Freiburger kassierte Brandis gar einen Nuller. Obwohl verblüffend ja das falsche Wort ist. Es zeigt eben wie ausgeglichen diese MySports League ist. Und wo ist die Quote gegen Dübendorf? Die wird bewusst weggelassen, denn die hat im Final keine Relevanz. Jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt. Im Moment spielen die beiden Teams im Final um den Titel als Amateur-Schweizermeister. Konnte Brandis die Partie am Samstag in Dübendorf mit 6:3 gewinnen, verlor die Beutler-Truppe das Heimspiel in Huttwil vor sagenhaften 1163 Zuschauern mit 3:4. Ebenfalls verloren ging die Partie von gestern Freitag. Beim Heimspiel am Sonntag wiederum in Huttwil, kann also Dübendorf Meister werden. Brandis dagegen wird alles versuchen, um am Dienstag ein fünftes Spiel zu erreichen.

(pmu)