Vorschau Brandis - Dübendorf - EHC Brandis

Vorschau Brandis - Dübendorf

JScheidegger 600

 «Einen Fehler weniger machen»

Von Päscu Müller

Zweimal hat der EHC Brandis bereits in Dübendorf gespielt, nun stehen die beiden Heimspiele an. Beide Teams spielen vorne mit, obwohl in den eigenen Reihen kein herausragender Topscorer zu finden ist. Vielleicht gerade deshalb. Brandis’ Verteidiger Joel Scheidegger über Druck, sein Befinden im Team und den Abstecher ins Tessin.   

Für Joel Scheidegger ist der EHC Brandis zwar Neuland, auf gänzlich Unbekannte aber stiess der beim SC Bern und den Thun Dragons ausgebildete Verteidiger nicht. Man kennt sich halt. Bei den Emmentalern ist er bestens integriert, trägt gar eine wichtige Rolle. Scheidegger hat letzte Woche seinen Vertrag mit dem EHC Brandis – mit Ausstiegsklausel für die Swiss League – um eine Saison verlängert. Der Verteidiger ist, mit zwölf Treffern und dreihnzehn Assists, Topscorer des EHC Brandis. Dies ist für einen Verteidiger doch eher ungewöhnlich. Betrachtet man die Liste der Topscorer in der MySports League, sind die ersten fünf Plätze von Stürmern belegt. Erst dann folgt mit Sami El Assaoui der erste Verteidiger. Nur ist eben dieser El Assaoui mittlerweile nicht mehr in Sion, sondern spielt in der Swiss League bei Hockey Thurgau. Danach folgen in der Rangliste zwei weitere Stürmer. Sozusagen ist also Joel Scheidegger der produktivste Verteidiger in dieser Liga. Von Druck, der dieser Helm erzeugt, will Joel Scheidegger aber nicht viel wissen: «Wenn überhaupt, dann mache ich mir diesen Druck selber». Ein weiterer Blick in die Rangliste der Topscorer, relativiert möglicherweise eben diesen Druck auf den Träger des blauen Helms. Zwar sind in den Top-20 drei Spieler von Leader Sion vertreten, zwei davon gar in den Top-4. Die Anti-These dazu, wären die zwei Churer Alban Rexha und Lukas Sieber, die sich ebenfalls ganz vorne wiederfinden. Doch der EHC Chur mischt nun nicht wirklich an der Tabellenspitze mit.

«Es geht um die Sieg im Team»
Anders sieht dies bei Brandis und Dübendorf aus. Die mischen gehörig vorne mit. Erstaunlicherweise ist Joel Scheidegger der einzige Topscorer in den Top-20. Einen Dübendorfer sucht man gar vergebens. Für den Verteidiger im Dress des EHC Brandis, steht da eh etwas anderes im Vordergrund: «Es geht gar nicht um diesen Helm, es geht um die Siege im Team». Diese Aussage trifft bei Brandis und bei Dübendorf voll ins Schwarze. Beide Teams verfügen offenbar über einen ausgeglichenen Kader, welcher Siege bringen kann. Dübendorf kann dabei offenbar auch auf die Dienste von Spielern aus der Organisation der GCK Lions zurückgreifen, welche wiederum den ZSC Lions angeschlossen sind. Kunststück, liegt doch das Stadtzentrum Zürichs nur acht Kilometer entfernt. Joel Scheidegger hält viel von den ambitionierten Glatttalern: «Die spielen ein sehr schnelles Eishockey, mit viel Speed. Die sind nicht umsonst so weit oben in der Tabelle». Nur ist das der EHC Brandis eben auch. Darum ist davon auszugehen, dass dies wiederum ein enges Spiel wird. «Die Details werden entscheiden», meint dann auch Scheidegger. «Wir müssen versuchen einen Fehler weniger zu machen als sie».

Ausgeglichene Bilanz gegen Dübendorf
Bisher spielten die beiden Mannschaften zweimal in Dübendorf gegeneinander. Ende Oktober reisten die Emmentaler mit einem 1:0-Sieg im Gepäck zurück, zehn Tage später mussten sie sich mit 2:4 geschlagen geben. Es geht ergo nicht nur darum in der Tabelle oben zu bleiben, es geht auch um die positive Bilanz gegen den EHC Dübendorf. Einen Teil dazu beitragen, will sicherlich Joel Scheidegger. Der in der Region Worb wohnhafte Verteidiger, fand den Weg über die GDT Bellinzona zum EHC Brandis. Den einjährigen Abstecher ins Tessin bereut er nicht. «Die Idee war natürlich schon bei den Ticino Rockets in der NLB zu spielen», erklärt er. «Ich habe täglich mit dem NLB-Team trainiert, gespielt dann eher wenig, so gesehen konnte ich meine ursprüngliche Idee nicht umsetzen». Ganz auf die Spiele in der NLB verzichten musste Scheidegger in dieser Saison nicht. Obwohl mit Leib und Seele beim EHC Brandis, durfte er fünf Mal beim SC Langenthal in der Swiss League (NLB) auflaufen. Für die Oberaargauer absolvierte der Verteidiger vor seinem Abstecher ins Tessin bereits einmal 26 Spiele. Vielleicht kommt ihm gerade dies gegen die schnellen Dübendorfer entgegen. Wie Joel Scheidegger bereits erklärte, es gilt einfach einen Fehler weniger zu machen, als die Zürcher. Dann bliebe Brandis in der Tabelle oben und die Bilanz gegen Dübendorf wäre auch noch positiv.

(pmu)